Devildriver sind ebenso außergewöhnlich wie Fafara selbst, und der Pfad, den der charismatische Bandchef vor gut sechs Jahren mit dem selbstbetitelten DD-Debüt eingeschlagen hat, gehört ohne Zweifel zu den unbequemsten und härtesten Wegen, die man als etablierter Künstler wählen kann: Mühelos hätte man seinerzeit von seinem weichen Kissen aus reichlich Nü Metal-Lorbeeren und fast Rockstar-ähnlicher Popularität der genreprägenden Vorgängerformation Coal Chamber unter anderem Namen mit leicht verändertem Sound weitermachen können - stattdessen entschied man sich für den totalen Neustart von ganz unten, von Null; von da, wo man sich die ganze lange, steinige Ochsentour zurück an die Spitze hinauf arbeiten muss. Auftritt für Auftritt, Fan für Fan.
„Diese besondere Arbeitseinstellung habe ich ganz sicher von meinem Vater geerbt", erzählt Dez Fafara. „Ich mag es, mich durchzubeißen und mir den Erfolg mit eigenen Händen und eigenem Schweiß zu erarbeiten. Natürlich fordert diese anstrengende Arbeitsweise ihren Tribut von uns allen - doch nicht zuletzt basiert diese Band auf harter Arbeit, unermüdlichem Touren und einem unerschütterlichen Glauben an uns selbst."
Unerschütterlicher Glaube und harte Arbeit, die sich zum vierten Mal in Devildrivers neuem Album „Pray For Villains" manifestiert. Hatte man seinen unverwechselbaren High-Energy-Sound über die Vorgängerwerke „Devildriver" (2003), „The Fury Of Our Maker`s Hand" (2005) und „The Last Kind Words" (2007) stetig entwickelt und während zahlloser Livedates (inklusive dem fast legendären Auftritt auf dem 2007er Download Festival, bei dem man die völlig ausrastende Menge zum wahrscheinlich größten Circle Pit in der Geschichte des Metal aufheizte) immer weiter verfeinert, so haben Fafara und Co. nun mit „Pray For Villains" einen weiteren Schritt nach vorne vollzogen. Einen Schritt, der größer nicht sein könnte.
„Musikalisch betrachtet, sind wir in dieser Zeit kontinuierlich gereift. Nicht nur, was das gemeinsame Songwriting angeht, sondern vielmehr darin, herauszufinden, was einen guten Devildriver-Song überhaupt erst ausmacht. Jedes Album bedeutet für uns ein weiteres Entwicklungsstadium. Obwohl unsere Arbeitsweise im Grunde die gleiche wie immer war, ist diesmal etwas Besonderes passiert. Irgendwas hat klick gemacht - dies ist der Sound, der erstmalig das repräsentiert, was Devildriver eigentlich sind und der zeigt, wo die Reise hingehen soll."
Devildriver haben ihre markanten Sound-Trademarks auf „Pray For Villains" erfolgreich ausgebaut und zeigen sich heute von ihrer bisher wohl technischsten, treibendsten wie auch groovigsten Seite. Produziert wurden die 13 Songs von Ex-Machine Head-/ Ex-Soulfly-Gitarrist Logan Mader (der sich in der jüngsten Vergangenheit durch seine Studioarbeit mit u.a. Cavalera Conspiracy, Divine Heresy oder Five Finger Death Punch einen guten Namen gemacht hat) in dessen Studio in West-Hollywood.
„Wir haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, mit diesem Album noch brutaleres, noch härteres und noch schnelleres Material als beim letzten Mal aufzunehmen. Wir haben bereits bewiesen, dass wir es können - wo wäre noch der Reiz gewesen? Die neuen Stücke besitzen eine ganze Menge mehr Groove und eine viel größere Dynamik als vorherige Songs! Die Gitarrenarbeit ist diesmal wirklich unfassbar gut - die Soli haben mich wirklich umgeblasen und das Drumming ist nicht von dieser Welt! Ich bedaure all die Kids, die sich nach diesem Album in ihren Proberaum verziehen und bis ans Ende ihrer Tage versuchen, diesen geilen Scheiß nachzuspielen. Aber das große Ziel war nicht nur, mehr Groove und eingängigere Hooks zu erschaffen, sondern ganz einfach in absolut jeder Hinsicht bessere Songs zu schreiben! Songs mit Substanz!"
Thematisch bietet „Pray For Villains" so einiges an Substanz: Schufte, Sünder und Schurken ziehen sich gleich einem roten Faden durch Lyrics wie „Resurrection Blvd.", „In The Cards", „Forgiveness Is A Six-Gun" und natürlich den Titeltrack. „Ich bin ein großer Western-Fan", schmunzelt Fafara. „Ganz besonders von Movies mit Clint Eastwood. Mir liegt die Rolle des Antihelden eher, als die des braven John Wayne-Typs. Ob im Film oder im wirklichen Leben - meistens ist es doch so: Alle Sympathien gelten dem scheinbar unbesiegbaren, gutaussehenden Helden, aber letztendlich ist es doch der von allen geächtete Gauner, der die Drecksarbeit erledigt und schließlich die Welt rettet. Irgendwer muss immer den Job machen, und das sind nun einmal nicht die Vorzeige-Cowboys in blütenweißen Anzügen und polierten Schießeisen..."
Songs wie „I See Belief", „Pure Sincerity" oder „Back With A Vengeance" beschäftigen sich inhaltlich mit Eigenverantwortlichkeit, harter Arbeit und positivem Denken - zwei Seiten der Medaille, die Devildriver während ihres fünfjährigen Bestehens zur Genüge kennen gelernt haben und die ebenso die unzähligen Konkurrenzkampfnarben, wie auch die süßen Früchte des Erfolges widerspiegeln.
„Ich bin ganz und gar nicht nihilistisch eingestellt, wie man auch an der Zeile `i see belief when no one else does´ erkennen kann. Viele Menschen denken einfach sehr negativ und glauben nicht an sich und an das, was sie eigentlich erreichen könnten. Man kann mir Dummheit oder blindes Vertrauen auf mein Glück vorwerfen, aber ich habe ein untrügliches Gespür für diese Band und was noch alles passieren kann. Ich glaube fest an unsere Motivation und unseren starken Willen, genauso wie ich auch an die Verbindung zwischen uns und unseren Fans glaube. Meine Aufgabe ist es, diese positive Energie durch den Metal an die Leute weiterzugeben und ihnen zu helfen, das Leben von seiner positiven Seite zu sehen, wieder an sich zu glauben und einfach stark zu sein.
Den Song `Pure Sincerity` haben wir für die Leute geschrieben, die uns immerzu fragen, was die Botschaft von Devildriver ist und was hinter dieser Band steckt. `Give em what they want, give em what they need, pure sincerity.` Genau darum ist es uns schon immer gegangen - unsere Musik für unsere Fans zu machen und nicht irgendeinem Trend hinterherzulaufen."
„Back With A Vengeance" haben Devildriver all den bösen Zungen, Kritikern und Neidern gewidmet, die das hoch ambitionierte Quintett schon mit seiner Gründung für gescheitert erklärten oder bestenfalls eine Eintagsfliegenkarriere mit raschem Ende prophezeiten. „Das Stück handelt davon, sich selbst im Spiegel zu betrachten und dabei zu wissen, dass man alles richtig gemacht hat. Wir treten alle in den Arsch und wir haben immer gewusst, dass es einmal so kommen wird! Die Botschaft ist, niemals den Fehler zu machen, irgendjemanden zu unterschätzen und ihn vorzeitig abzuschreiben. Wir mögen vielleicht drei Alben dazu gebraucht haben, es den Leuten klar zu machen - aber spätestens mit dieser Platte haben wir es allen gezeigt!
Wir lieben das, was wir tun, aus ganzem Herzen. Wir lieben es, eine Band zu sein. Wir lieben es, gemeinsam auf der Bühne zu stehen und wir lieben es, Musik für die Leute da draußen zu machen. Das war immer ein wesentlicher Bestandteil unserer Mission - and if you`re gonna talk it you`ve gotta walk it!"













