Cavalera Conspiracy
Media Player
Aktueller VÖ
Tour Daten
Band Mitglieder
Max Cavalera
Iggor Cavalera
Marc Rizzo
Joe Duplantier

Der Schock in der Metal-Community saß tief, als im Herbst 1996 das Ende von Sepultura besiegelt schien. In dieser Nacht war viel mehr zerbrochen als das klassische Line-up der brasilianischen Thrash Metal-Pioniere aus Belo Horizonte. Gute zehn Jahre herrschte absolute Funkstille zwischen Max Cavalera und seinem Bruder Iggor - zwei relativ erfolgreichen Parallelkarrieren mit Soulfly und den ‚neuen’ Sepultura zum Trotz.

Doch die Welt dreht sich, Menschen und Meinungen verändern sich. Als Iggor Cavalera Anfang 2006 bei einer Soulfly-Show für zwei Songs an den Drums gesichtet wurde, erhärtete sich der Verdacht, dass Blut auch auf lange Sicht dicker als Wasser ist - und dass es noch immer zum Kochen gebracht werden kann.Iggors Gastauftritt war ein überfälliger Schritt vorausgegangen, für den Max seinen Bruder heute noch bewundert: „Es ist nicht leicht mich zu kontaktieren, wenn ich auf Tour bin. Iggor hat sich trotzdem die Mühe gemacht. Er hat den ersten Schritt getan und viel Mut dabei bewiesen, seinen falschen Stolz zu begraben. Es kostet eine Menge Überwindung, über den eigenen Schatten zu springen und um Vergebung zu bitten - besonders wenn soviel Scheiße in der Vergangenheit passiert ist. “

Zehn Jahre sind eine lange Zeit - zuviel Zeit, wenn man feststellt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Der tödliche Unfall von Max Cavaleras Stiefsohn Dana hatte seinerzeit eine große Rolle bei dem Bandsplit gespielt. Auch bei der Versöhnung der Cavalera-Brüder schwebte Danas Tod über den Ereignissen, denn der erste Grundstein einer möglichen Reunion wurde auf der jährlich stattfindenden Tribute-Show für den verstorbenen Stiefsohn gelegt, auf der die zwei Brüder zusammen auftraten. „Iggor wollte seinen Frieden mit mir machen, bevor der Tod ihm womöglich zuvorkommt“, so Max. „Der Mord an Dimebag Darrell hat da sicher eine Rolle gespielt. Manchmal muss erst etwas Schlimmes passieren, bevor man etwas zu schätzen weiß. Iggor hat Zeit für seine Entschuldigung gebraucht und ich brauchte Zeit, um diese Entschuldigung annehmen zu können. Ich war lange ziemlich angepisst, denn 1997 hätte niemand mehr auf mich gewettet. Heute sind wir sehr glücklich, dass wir uns wieder gefunden haben.“

Neben einer Menge Emotionen auf der Suche nach einem Ausdruck haben die Cavaleras ein musikalisches Repertoire entwickelt, das seinesgleichen erst noch finden muss. Max, der Jäger und Sammler, ist immer auf der Suche nach neuen Sounds und musikalischen Weltbildern in den Kulturen dieser Erde. Der bekennende Bob Marley-Fan hat den Begriff ‚World Music’ in völlig neue Kontexte gebracht und für den Heavy Metal ein gewaltiges Fenster aufgestoßen.

Iggor, inzwischen leidenschaftlicher Kunstfreund mit riesigem internationalem Netzwerk,  ist in seiner Heimat Brasilien permanent mit neuen Projekten beschäftigt. Maßgeblich war er für die Konzeption von Sepulturas bislang progressivsten Album „Dante XXI“ verantwortlich und ist trotz (oder wegen) seiner Hardcore/Punk-Roots ein begeisterter Anhänger von harten elektronischen Sounds. Die Idee zum Albumcover des Cavalera Conspiracy-Debüts „Inflikted“ ist ihm zu verdanken.

„Iggor und ich haben musikalisch einiges erreicht“, resümiert Max. „Es reicht jedenfalls, um eine Menge Erwartungen dort draußen zu erzeugen. Aber für uns wäre es nicht damit getan, diese Erwartungen zu erfüllen. Wir haben mit Dub und Elektronik experimentiert und sind trotzdem wie eine Garagenpunkband an die ‚Cavalera Conspiracy’ herangegangen. Das Album war nach zehn Tagen im Kasten und wir haben großen Wert auf möglichst viele first takes gelegt.“

Für ihre persönliche Reunion wollten Max und Iggor das Bild einer ‚Metal-Supergroup’ gar nicht erst entstehen lassen. „Im Zweifel ist die Attitüde hinter einem Projekt wie diesem viel wichtiger als spielerische Fähigkeiten oder große Namen aus der Szene“, erzählt Max. „Joe von Goijira ist ein zorniger junger Kerl, der eine Menge zu dem Album beigetragen hat. In seiner Band ist er sonst Sänger, aber für Cavalera Conspiracy haben wir ihm den Bass umgehängt. Die zweite Gitarre übernimmt Mark Rizzo von Soulfly.“ Somit dürfte klar sein, dass die Zusammenführung der Cavalera-Brüder nicht etwa die alten Sepultura-Zeiten wieder heraufbeschwören will. Mit der Cavalera Conspiracy wird ein unbezähmbares Monster losgelassen, das sich unbarmherzig seinen eigenen Weg bahnen wird!

Produziert im Studio des Cavalera-Intimus Logan Mader, hat „Inflikted“ laut Max das Beste aus vielen Soundwelten vereinigen können: „Logan ist ein sehr erfahrener Mann. Sein Sound ist superheavy, aber trotzdem so sauber produziert wie Alben von Rage Against The Machine oder den Foo Fighters. Es wird euch wegblasen.“

Schon der Titeltrack „Inflikted“ ist eine Thrash-Hymne sondersgleichen, die selbst den härtesten Mosh-Pits so einiges abverlangen wird, während “Sanctuary” mit seinem klassischeren Songwriting atmosphärischere Klänge bietet. Dem brutalen „Ultra Violent“ verleiht hingegen niemand anderes als Down-Bassist Rex Brown einen unverkennbaren Death Metal Vibe. Laut Max Calavera ist der einzigartigste Song des Albums jedoch „Dark Ark“: „Mein Sohn Richie sang die ersten Vocals dazu und gab dem Song so eine ganz andere Richtung.“ 

Auch live möchten Max und Iggor möglichst viel Punkrock-Spirit transportieren und dafür an ungewöhnlichen, seltsamen oder auch finsteren Orten spielen. „Uns reizen für dieses Projekt Plätze, an die sich sonst keine Band hinwagen würde. Die Idee ist, nur mit kurzem Soundcheck und wenig Licht aufzutreten und einfach Gas zu geben. Nach all den Jahren durchorganisierten Tourens freue ich mich wahnsinnig auf so etwas“, lacht Max.

Bliebe nur noch zu klären, gegen wen oder was sich die ‚Cavalera-Verschwörung’ richten soll. Max erklärt das so: „Persönlich gegen alle, die uns viele Jahre nicht mehr auf dem Zettel hatten und dachten, wir hätten nichts mehr zu sagen. Und musikalisch: gegen alle Regeln dieser Welt!“

Weitere Infos, Mega-Gewinnspiel, etc. unter www.cavalera-conspiracy.de