Mit der vorigen Platte durfte man die bisher wohl kommerziellste und melodiöseste Seite an Atreyu kennen lernen, die selbst für die Band bis dato noch reichlich unerforscht war.
"Congregation Of The Damned" bedeutet heute Weiterentwicklung pur für Frontmann Alex Varkatzes und seine Leute; ohne jedoch ihre tief im Orange County Hardcore verwurzelten Roots zu vernachlässigen und wieder ein bisschen mehr Aggression in ihren Sound zaubern.
Und so spinnen sich die Lyrics auch diesmal wie ein roter Faden um die aktuellsten politischen Themen dieser Tage: eine zusammenfallende Wirtschaft, Umweltkatastrophen sowie internationale Konflikte und machen die Scheibe zu einem der auffälligsten und stärksten Alben der letzten Zeit.
„Alex kam eines Tages mit dem Albumtitel um die Ecke; er gehörte ursprünglich zu einer Zeile eines Songs", erklärt Drummer Brandon Saller. „Irgendwie ist uns diese Phrase allen im Ohr hängen geblieben. Sie ist sehr stark und steht für sich selbst - an der „Versammlung der Verdammten" müssen wir doch am Ende alle irgendwie teilnehmen. Ob wir wollen oder nicht! In dieser Welt passiert im Moment so viel Scheiße, alles geht den Bach hinunter. Alle sind irgendwie verwirrt und ziellos, stolpern hier herum und wissen nicht mit Problemen umzugehen. Alles ist geprägt von einer tiefen Rat- und Hoffnungslosigkeit. Wir sind verdammt, niemand kann sich retten oder gegen die Lage etwas tun. Wir sitzen alle im selben verdammten Boot, das gerade untergeht. Dieses Album ist der Ort, an dem wir zusammenkommen um vielleicht doch noch gemeinsam eine Lösung zu finden für unsere Probleme."
Produziert wurde „Congregation Of The Damned" in gut drei Monaten von Bob Marlette (Airborne, Ozzy Osbourne, Lynyrd Skynyrd...) und von Rich Costey (Mars Volta, System Of A Down, Rage Against The Machine...) gemixt. Auch Noah Shain (Endless Hallway, Sonny...) hat für manche Tracks das Mixing übernommen.
„Congregation Of The Damned" verkörpert das bis dato überzeugendste, einerseits wohlwollenste, aber andererseits auch dreisteste Album der Band; inklusive der markanten Street Riffs und ohrenbetäubenden Soli. Aus gut 30 Songs wählte man 13 Killer-Tracks aus, die die Vielfalt an klassischem Hardcore, gemixt mit Technik und viel Feuer ("Stop! Before It's Too Late And We've Destroyed It All"), wüstem Metal ("Carried Away") und brutalen, bilderreichem Rock ("You Were The King Now You're Unconscious") widerspiegeln. Gleichzeitig huldigt man einmal mehr seinen Einflüssen; namentlich Black Flag, Pantera, Iron Maiden, Judas Priest oder Mötley Crüe.
„Die Arbeit mit Bob war super-entspannt. Es hat diesmal ein Bisschen länger als bei uns üblich gedauert, aber ich glaube, es hat sich sehr gelohnt! Wir haben uns diesmal viel Zeit genommen um sicherzustellen, dass alles am Ende so ist, wie wir es uns vorgestellt haben und wie es am besten für die Songs ist! Ich denke, dieses Album gibt den bisher klarsten Eindruck davon, was Atreyu eigentlich sind. Wer wir sind, wie wir klingen und wo wir hinwollen. Diese Platte definiert das, was Atreyu darstellen; die Essenz dieser Band. Es sind mehr Hardrock-Elemente und generell mehr Metal vorhanden, außerdem ist der Grundton des Albums viel düsterer als beim letzten Mal. „Congregation Of The Damned" könnte man vielleicht als eine Art Best Of sehen - wir haben all die Bausteine genommen, die wir lieben an dieser Band, die besten Elemente aus den Songs der vergangenen zehn Jahre und sie zu einem kompakten Ganzen zusammen geschmolzen!"
„Der Song `Stop! Before It`s Too Late And We`ve Destroyed It All` zum Beispiel: Ein fast schon klassischer und sehr heavy Atreyu-Smasher mit lauten Shredding-Gitarren! Das Stück handelt davon, dass die Menschen eigentlich nur eine Plage für diesen Planeten sind. Irgendwann war die Erde einmal ein wunderschöner grüner und gesunder Ort. Dann kam der Mensch und fing an, alles immer schneller zu zerstören. Jeder ist daran schuld. Letztendlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir es geschafft haben. Bei `Bleeding Is A Luxury` geht es darum, das Leben nicht zwangsläufig als gottgegeben hinzunehmen, sondern als Geschenk zu betrachten. Solange man in der Lage ist zu bluten, ist man am Leben und sollte sich dessen in jeder Sekunden bewusst und dankbar für diesen Umstand sein!"
Obwohl ihre eigenen Shows fast immer ausverkauft waren, haben sich Atreyu noch mit Größen wie Tool und Wolfmother beim Epicenter 09, Slipknot und Alice in Chains beim diesjährigen Rock On The Range, mit Linkin Park bei der letzten Projekt Revolution Tour, mit KoRn und Evanescence auf der Family Values Tour die Bühne geteilt und auch noch mit Avenged Sevenfold auf dem amerikanischem Rockstar Taste Of Chaos co-headlined, als Headliner auf der Rockstar Taste Of Chaos International über Europa und Asien gespielt und besuchten diverse andere Festivals wie die Warped Tour, das Ozzfest und das Download Festival in England. Zuletzt waren die Orange County-Könige mit den großen Iron Maiden in Südamerika zu sehen. Touralltag, der auch „Congregation Of The Damned" geprägt hat, wie Saller berichtet.
„Alles ist sehr therapeutisch für uns! Ich könnte nicht ohne diese Band existieren. Ohne Songs zu schreiben, wäre ich wahrscheinlich tot oder im Knast. Am Ende ist es natürlich Arbeit, doch wir lieben jede Minute. Es gibt auch Liebeslieder auf diesem Album. Und Songs, die irgendwo dazwischen sind. Stücke, die davon handeln, in dieser Band zu sein. Von Dingen, mit denen wir jeden Tag zu kämpfen haben. Unsere große Belohnung sind die Shows - wir lieben Livekonzerte. Einzig und alleine deshalb haben wir eine Band gegründet. Alles andere ist für uns zweitrangig. Ein paar Lyrics behandeln dieses Thema: Wenn du auf Tour gehst, lässt du gezwungenermaßen alles zurück. Deine Freundin oder Frau, deine Kinder, Familie und Freunde. Irgendwann fängt dieser Lifestyle an, einen zu prägen; die Sicht- und Denkweisen zu verändern. Und auch Deine Gefühle."













